VAEMLA WOLLFABRIK ODER DAS UNTERNEHMEN „HIIU VILL“ (DAGÖ WOLLE)

Fahren Sie die Schotterstraße wieder zurück bis zur geteerten Straße und folgen Sie dieser nach rechts. Sie fahren durch die Ortschaft Esiküla, überqueren den Damm und die Brücke von Laisna und Sie gelangen von der Insel Kassari wieder nach Hiiumaa. Sie können auch bei der Aussichtsplattform von Vaemla einen kurzen Stopp einlegen. Bevor Sie die Hauptstraße erreichen, führt Sie ein Wegweiser nach rechts zur Wollfabrik.

Photo: Hanno Luukas
Foto: Hanno Luukas

Dieses lange weiße Steingebäude ist eines der wenigen noch erhaltenen Gebäude des Herrenhauses von Vaemla, die noch benutzt werden. Wir wissen, dass das Haus im 19. Jahrhundert als Heuschuppen für das Herrenhaus von Vaemla gebaut wurde. Heute ist es Heimat des Familienunternehmens „Hiiu Vill“, das von Tiiu und Jüri Valdma seit 1992 geführt wird. Auf den ersten Blick ist es schwer zu glauben, dass man sich immer noch in der Gegenwart befindet. Im Haus befinden sich einige sehr alte Maschinen, die Wolle in Garn verwandeln. Das Wort Handarbeit ist wohl passender, um die Fabrik zu beschreiben, da immer noch die meiste Arbeit von Hand gemacht wird. Die älteren Maschinen stammen aus Polen und wurden dort seit den 1860ern hergestellt. Die heimischen Maschinen stammen wohl ebenfalls aus dem 19. Jahrhundert, doch kennt man ihre Entstehungsgeschichte nicht genau. Sie wurden vom estnischen Festland nach Hiiumaa gebracht und einige der moderneren Maschinen stammen von Saaremaa. Die Spinnmaschine stammt aus sowjetischer Zeit und wurde in Tashkent gefertigt.

Obwohl die Familie Ihnen gerne die Bedeutung der einzelnen Maschinenteile erklärt und vorführt, ist sie hier doch auch beständig am Arbeiten. Etwa 25-30 kg Garn ist die durchschnittlich Tagesleistung. Die Kombination von Handel und touristischen Aktivitäten hilft dem Unternehmen, wettbewerbsfähig zu bleiben: Im Sommer werden Strickjacken, Wollsocken und –handschuhe sowie andere Wollprodukte verkauft, die alle von der Frau des Hauses, die auch Künstlerin ist, entworfen wurden. Während der Sommermonate können Sie sich auch im gemütlichen Café mit selbst gebackenem Kuchen in wunderbarer Umgebung verwöhnen lassen.

Umgebung

Wenn Sie von der Wollfabrik auf die Hauptstraße fahren und dort weiter nach links, so gelangen Sie nach Käina. Käina ist nach Kärdla die zweitgrößte Siedlung auf Hiiumaa. Wenn Sie nach Heltermaa fahren, dann achten Sie auf das Hinweisschild „Vaemla mõisa varemed“ (Ruinen des Herrenhauses von Vaemla). In dem an die Ruinen angrenzenden Park befindet sich auch ein Gedenkstein für den estnischen Künstler Johann Köler, der hier 1863 lebte und arbeitete, wobei viele seiner Arbeiten von der Natur Hiiumaas inspiriert wurden.