SÕRU HAFEN

Fahren Sie weiter in Richtung Emmaste. Nach etwa 20 km biegen Sie rechts ab und folgen den Wegweisern zum Hafen von Sõru.

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Foto: Tiit Leito / www.fotokogu.com

Sõru hat sich zu einem wichtigen Platz für Touristen entwickelt. Für die meisten ist es einfach der Hafen, von dem aus die Schiffe zwischen Hiiumaa und Saaremaa verkehren. Viele Historiker dagegen verbinden den Ort mit Sarwo, erstmals erwähnt in einem Schriftstück zur Aufteilung Hiiumaas 1254. Bis zum 16. Jahrhundert stand eine kleine Kapelle am Ufer. Das nächste Gotteshaus hier wurde vom niederländischen Bootsbauer und Unternehmer Erasmus Jacobsson Bloedysel in den 1690ern errichtet. Es blieb eine aktive Kirche bis ins 19. Jahrhundert hinein, bis zur Fertigstellung der Kirche von Emmaste 1867. Auf alle Fälle war hier auf dieser Seite der Soela Wasserstraße schon seit langer Zeit ein Hafen, auch wenn der Bootsbau wie wir ihn heute kennen erst Ende des 19. oder Anfang des 20. Jahrhunderts begann. Dies war die Zeit, als sich die Bauern mehr um Bootsbau und die Seefahrerei zu kümmern begannen; gleichzeitig erhöhte sich das Interesse des russischen Zarenreichs an dieser Gegend. So waren die Jahre vor dem Ersten Weltkrieg sehr geschäftige für den Hafen von Sõru.

Während des ersten Jahrzehnts der Unabhängigkeit nach dem Ersten Weltkrieg war Emmaste für seine vielen Meister in den unterschiedlichsten Bereichen berühmt. Die Großfamilien des Küstenortes Sõru haben dabei wohl eine bedeutende Rolle gespielt. Das Segelschiff Alar wurde von 1937 bis 1939 in Õngu gebaut und steht heutzutage als Denkmal für die Geschichte der Seefahrerei im Hafen. Sõru hatte seine eigene Schule, eigene Kapelle und sogar seine eigene Taverne. Während des Zweiten Weltkriegs litt Sõru sehr unter seiner strategisch bedeutenden Lage, als in Tohvri Militärbauten zur Verteidigung der Küste gebaut wurden. Viele Familien mussten ihre Häuser verlassen und sich ein neues Zuhause suchen. Die Militärbauten waren für die Insulaner von keinem großen Nutzen. Nur wenige Einheimische wurden zu ihrem Bau beschäftigt. Heute kommen hier vielleicht diejenigen, die an Militärgeschichte interessiert sind, auf ihre Kosten.

Während der sowjetischen Besatzung war der Hafen von Sõru v.a. als kleiner Fischereihafen bekannt. 1996 wurde die Verbindung nach Saaremaa wieder aufgenommen. Die Bewohner von Sõru können in vielerlei Hinsicht als aktiv bezeichnet werden. Sie haben sogar ihre eigene Verbraucher-Genossenschaft.

Ein kleines Museum zur Geschichte der Seefahrerei und des örtlichen Lebens hilft, die Erinnerung an vergangene Tage zu bewahren. Es wurde am 12. Mai 1999 eröffnet.

In den größeren Hafengebäuden finden im Sommer häufig Veranstaltungen statt. Besonders die Mittsommernachtsfeuer am Strand von Sõru sind sehr beliebt.

Umgebung

Auf Ihrem Weg nach Sõru ist die Kapelle von Mänspäe einen Besuch wert.