Hiiumaa hat Sie bereits erwartet. Herzlich Willkommen!


Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Hiiumaa zu entdecken: Sie können die Insel auf eigene Faust mit einem Rucksack auf dem Rücken erwandern, sich von einem unserer örtlichen Fremdenführer die interessantesten Plätze zeigen lassen oder Ihre eigene Reiseroute mit Hilfe einer Landkarte oder eines Reiseführers im Voraus planen. Dieses kleine Buch wird Ihnen dabei helfen, dass Sie sich auf Hiiumaa nicht verirren und gibt Ihnen einige nützliche und interessante Fakten und Geschichten zu Sehenswürdigkeiten an die Hand.

Die Geschichte der Leuchtturm-Tour begann Anfang der 1990er, als Douglas Wells, ein Freiwilliger der Friedenstruppen, nach Hiiumaa berufen wurde. Der Mann aus Nebraska, der auch ein Buch über seine Erlebnisse in Estland schrieb, wurde für die Esten und die Bewohner Hiiumaas zu einer Legende. Diese Tour folgt dem Entwurf eines der bekanntesten Projekte von Douglas Wells: Er schilderte eine Route entlang der Leuchttürme der Insel aus und entwarf dazu einen Reiseführer für all diejenigen, die Hiiumaa mit dem eigenen Auto erkunden wollen. An vielen der ursprünglichen – mit einem Leuchtturm versehenen – hölzernen Schildern nagte der Zahn der Zeit, so dass sie durch neuere aktualisierte Schilder ersetzt wurden. Aus diesem Anlass haben wir uns auch dazu entschlossen, den dazugehörigen Reiseführer zu überarbeiten. Die Route hat sich an der ein oder anderen Stelle leicht verändert, die Idee ist jedoch die gleiche geblieben. Dieses Buch soll Ihnen bei Ihrer ersten Begegnung mit der wundervollen Insel Hiiumaa ein guter und nützlicher Begleiter sein. Sollte es passieren, dass Sie sich in Hiiumaa verlieben, dann werden Sie sicherlich für längere Zeit hier bleiben wollen und immer wieder zurückkommen bis Sie entdeckt haben, was den Charme Hiiumaas ausmacht.

NÜTZLICHE INFORMATIONEN

Hiiumaa ist der kleinste Landkreis Estlands (1023 km²). Er besteht aus vielen kleinen Inseln und Riffen und einigen größeren Inseln, wie die Hauptinsel Hiiumaa selbst (989 km²) und Kassari (19 km²). Auf den kleinen Inseln Hanikatsi und Saarnaki lebten Menschen bis in die 1960er-1970er, jedoch sind diese Inseln heute unbewohnt.

Sie können Hiiumaa über den Rohuküla Hafen erreichen, der etwa 10 km westlich von Haapsalu liegt. Die Überfahrt dauert ca. 90 Minuten.

Hiiumaa ist der Landkreis in Estland, der am meisten mit Wald bedeckt ist. Der Großteil der Hauptstraßen ist asphaltiert. Für die kleineren Wege und Pfade in den Wäldern gilt, dass es manchmal sehr viel einfacher und angenehmer ist, sich auf ihnen per Fuß anstatt per Auto fortzubewegen: Hiiumaa verfügt über einen sehr sandigen Untergrund (mit der Gefahr, darin mit dem Pkw stecken zu bleiben) und darüber hinaus kann die empfindliche Vegetation leicht Schaden durch die Räder der Motorfahrzeuge nehmen. Während der Sommermonate sind die Wälder oft sehr trocken, so dass Feuermachen verboten ist. Entzünden Sie also bitte nur an speziell dafür vorgesehen Stellen Feuer. Zelten ist nur an dafür ausgewiesenen Plätzen gestattet. Weitere Informationen zu Unterkunftsmöglichkeiten finden Sie im Internet (www.hiiumaa.ee). Das Meer um Hiiumaa herum ist sehr seicht, es gibt also viele gute Badestrände. Aber vergessen Sie nicht, dass das Meer auch gefährlich sein kann und Kaltwasserbereiche sowie tiefere Gebiete Schwimmer überraschen können. Überschätzen Sie also bitte nicht Ihre Fähigkeiten – im Zweifelsfall ist das Meer der Stärkere.

Hiiumaa hat aus der Vogelperspektive eine ganz besondere Form. Einige behaupten, dass die Insel die Form eines Kreuzes hat. Der Name Hiiumaa könnte tatsächlich vom Wort „hiis“ (heiliger Hein) stammen oder von Wort „hiiud“ oder „vägilased“ (Riesen, Helden). Andere sagen, dass die Kõpu Halbinsel wie die große Nase eines Riesen aussieht, der nach Westen schaut. Wieder andere habe festgestellt, dass Hiiumaa einem Vogel mit einem langen Hals gleicht, der sich gerade im Landeanflug befindet – vielleicht ein Schwan oder eine Gans. In Liedern und Schriftstücken wird die Insel mit einem heißen Brötchen verglichen.

Die Insel sah jedoch nicht immer so aus wie heute. Meer, Wind und Menschen haben die Form der Insel im Verlauf der Jahrhunderte verändert und Hiiumaa erhebt sich jedes Jahr immer noch etwa 3 mm aus dem Meer.

Geologen sagen, dass Hiiumaa ursprünglich vor mehr als 450 Millionen Jahren entstand als ein Meteorit ins Meer einschlug. Niemand konnte damals natürlich miterleben welche Formationen sich durch den Einschlag wirklich bildeten, aber der Wall des Kraters mit einem Durchmesser von etwa 4 km ist heute noch erkennbar. Geologische Untersuchungen bestätigen, dass sich die Insel vor Millionen Jahren aus dem Meer erhob.

In der Zwischenzeit verschwand die Insel zunächst wieder unter der Meeresoberfläche und war anschließend mit Eismassen bedeckt. Etwa vor 10000 Jahren endete die letzte Eiszeit und gab die Landmasse wieder frei. Die Kõpu Halbinsel erhob sich als erstes aus dem Meer (heute befinden sich dort die höchsten Erhebungen West-Estlands). Es dauerte jedoch einige Zeit, bis sich das Land formte. Zunächst ragte blanker Fels unter dem Eis hervor. Wind vom Meer her häufte Sand an der Küste an. Die Insel war damals ein unwirtlicher Ort. Einige Funde lassen darauf schließen, dass Fischer und Robbenjäger vor etwa 7500 Jahren die Insel besuchten und sie als Rastplatz nutzten. Wir wissen heute nicht mehr, wer sie waren und woher sie kamen, da es nicht genügend archäologische Erkenntnisse gibt.

Es ist auch nicht bekannt, wann genau Hiiumaa erstmals dauerhaft besiedelt wurde. Spuren ackerbaulicher Tätigkeiten aus dem 11.-12. Jahrhundert wurden gefunden, aber es dürfte außer Frage stehen, dass es schon vorher feste Siedlungen auf Hiiumaa gab.