VERTRAGS-STEINE UND OTIMÄE STEINGRÄBER (Steinkreis)

Etwa 5 km vom Hafen entfernt teilt sich die Straße. Fahren Sie weiter in Richtung Kärdla (rechts), aber fahren Sie nicht zu schnell. Einige hundert Meter weiter sehen Sie den Wegweiser „Põhilise (Põlise) leppe kivid 0,2 km“ (Vertrags-Steine). Eine Schotterstraße führt Sie von der Hauptstraße dorthin, aber Sie können Ihr Auto auch an der Asphaltstraße parken und den Rest zu Fuß zurücklegen.


Foto: Hanno Luukas

Auf den ersten Blick sehen Sie nur eine große Anhäufung von Findlingen. Menschen allein können diese ohne fremde Hilfe unmöglich erschaffen haben. Das Ensemble sieht aus wie das Stonehenge von Hiiumaa. Wer hat es erschaffen, wann und warum? Exakte Antworten auf diese Fragen gibt es nicht, es gibt nur Mutmaßungen und Legenden.

Die meisten halten diesen Platz für einen heiligen Hain, an dem wichtige Übereinkünfte in Rücksprache mit Gott getroffen wurden – ein durch und durch heiliger Ort. Die ersten christlichen Kirchen wurden in der Nähe solcher Plätze errichtet wie in diesem Fall die Kirche von Pühalepa. Die Einwohner Hiiumaas glauben, dass die Anhäufung der Findlinge das Grab des nordischen Königs Ingvar ist. Ingvar fiel in einer Schlacht in Estland etwa 600 v.Chr. und wurde an einem Platz begraben, in dessen Namen das Wort „Stein“ enthalten ist.

Legenden und Geschichten

Ältere Leute behaupten, dass in vergangener Zeit Segler, bevor sie auf gefährliche Fahrt gingen, hierher Glückssteine brachten, die ihnen eine sichere Rückkehr garantieren sollten.

Eine andere Legende besagt, dass O. R. L. von Ungern-Sternberg (1744-1811), seinerzeit einer der reichsten Grundherren auf Hiiumaa, sich entschloss, hier eine Kopie einer ägptischen Pyramide errichten zu lassen.

Achten Sie darauf, wie ein quadratisches Gebiet freigeräumt wurde, das an manchen Stellen sogar klar abgegrenzt ist.

Realisten beharren auf der Version, dass die Steine von den herrschaftlichen Feldern im Zuge von Pflichtarbeit zusammengetragen worden sind, als während der Hungerjahre viel Getreide benötigt wurde.

Manche verbinden die Anhäufung der Steine auch mit Steinen der Reue, die von Menschen angehäuft wurden, die von der Kirche bestraft wurden; wiederum andere vertreten die Ansicht, dass es sich um einen Megalith handelt, der als Himmelskarte während der Bronzezeit genutzt wurde – ähnlich wie Stonehenge in England. Wie dem auch sei, es lohnt sich auf alle Fälle, sich diesen Ort einmal genauer zu betrachten, über seine Geschichte nachzudenken oder sich anzusehen, wie niedrige Pflanzen sich durch den Kalksteinuntergrund den Weg ans Licht erkämpfen.

Umgebung

Ihnen wird gleich ein einsamer Stein auffallen (alter heidnischer Stein), der einer Legende nach die Abdrücke der gespaltenen Füße des Teufels trägt. Ältere Menschen behaupten, dass dieser mit diesem Stein den Bau der Kirche von Pühalepa verhindern wollte.