NÜTZLICHE INFORMATIONEN
LEUCHTTURMTOUR
1. VERTRAGS-STEINE UND OTIMÄE STEINGRÄBER
2. PÜHALEPA KIRCHE
3. SUUREMÕISA SCHLOSS
4. SUURSADAM
5. SOERA BAUERNHOFMUSEUM
6. KÄRDLA
7. HÜGEL DER KREUZE
8. TAHKUNA LEUCHTTURM
9. REIGI KIRCHE
10. KÕRGESSAARE-VISKOOSA
11. KÕPU LEUCHTTURM
12. TAL DES ALTEN FLUSSES
13. SÕRU HAFEN
14. ORJAKU VOGEL- BEOBACHTUNGSTURM
15. AUSSTELLUNGSGEBÄUDE DES HIIUMAA MUSEUMS IN KASSARI
16. SÄÄRETIRP
17. KASSARI KAPELLE UND FRIEDHOF
18. VAEMLA WOLLFABRIK ODER DAS UNTERNEHMEN 'HIIU VILL' (DAGÖ WOLLE)
 
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RISTIMÄGI (HÜGEL DER KREUZE)

Fahren Sie von Kärdla weiter in Richtung Kõrgessaare. Am besten Sie fahren in Kärdla durch die Aia Straße zur Hauptstraße, da sich in dieser Straße fast in jedem Garten hübsche artesische Brunnen befinden. Etwa 4 km von Kärdla entfernt sehen Sie den Wegweiser zum Ristimägi.

Photo: Hanno Luukas
Foto: Hanno Luukas

Halten Sie nicht nach einem Hügel Ausschau, sondern folgen Sie den Wegweisern! Links von der Straße befindet sich ein kleiner Parkplatz – stellen Sie ihr Fahrzeug hier ab. Ristimägi ist jetzt nur noch wenige Schritte entfernt.

Ristimägi, wie wir ihn heute kennen, ist ein Gebiet mit sandigen kleinen Hügeln beiderseits der ehemaligen Hauptstraße (besonders jedoch auf der linken Seite), die mit Kreuzen bedeckt sind. Über die Entstehung dieses Hügels der Kreuze kursieren verschiedene Versionen, doch eine der am häufigsten zitierten ist, dass sie mit der Deportation der Schweden von Reigi im August 1781 zusammenhängt. Obwohl diese kleine nationale Gemeinschaft von etwa 1000 Menschen alles versuchte, um ihre Rechte zu schützen, wurde sie schließlich von Stenbock von ihrem Land vertrieben. Katharina die Große von Russland unterzeichnete einen Erlass, nach dem sich die Schweden in einem Gebiet im Süden der Ukraine neu niederlassen sollten. Nur einige wenige hochrangige Funktionäre wie Katharinas Protegé, Herzog Potemkin, waren in diesen Vorgang eingeweiht. Den Schweden blieb keine andere Wahl, als dem Befehl zu folgen und ihrer Heimat während der letzten vier oder fünf Jahrhunderte Lebewohl zu sagen. Vor ihrer Deportation versammelten sie sich am 20. August 1781 alle noch einmal für einen letzten Gottesdienst an dem Platz, der heute als Ristimägi bekannt ist. Sie errichteten ein Kreuz, unter dem der Pfarrer von Reigi den Gottesdienst abhielt. Die Menschen machten zudem viele kleinere Kreuze. Im Mai 1782 erreichte nur etwa die Hälfte der Deportierten das „gelobte Land“ in der Ukraine lebend. Zunächst wurde der Hügel der Kreuze zu dem Platz, an dem jeder vor seiner Abreise von der Insel ein Kreuz errichtete. Heutzutage ist es genau anders herum: Besucher, die zum ersten Mal nach Hiiumaa kommen, fügen nun hier ihr Kreuz hinzu.

Legenden und Geschichten

Über Jahre hinweg wurde eine ganz andere Geschichte über zwei Hochzeitsge­sellschaften im Zusammenhang mit dem Hügel der Kreuze berichtet. Diese Geschichte hat ihren Hintergrund darin, dass zu früheren Zeiten die Bräute aus benachbarten Gemeinden „gestohlen“ wurden und Schwertkämpfe daher während der Hochzeiten keine Seltenheit waren. Eines Tages trafen sich hier zwei Hochzeitsgesellschaften, eine schwedische und eine estnische, auf ihrem Weg zurück von der Kirche. Der Weg war eng und ein Streit brach aus. Während des Kampfes wurden die Braut der einen Hochzeitsgesellschaft und der Bräutigam der anderen getötet. Daraufhin heirateten die überlebende Braut und der überlebende Bräutigam und sie lebten glücklich zusammen bis ans Ende ihrer Tage. Heute soll man an diesem Platz ein Kreuz aus natürlichen Materialien errichten – bitte brechen Sie keine Äste und Stämme dafür ab –, um Menschen zu gedenken oder auch einfach nur als persönlichen Glücksbringer.

Tipp: Ein interessantes Denkmal aus zwei Mühlsteinen wurde von den Bewohnern Hiiumaas und den Nachkommen der Schweden von Hiiumaa zum 210. Jahrestag der Deportation der Schweden am 20. August 1991 am Ristimägi errichtet. Dieses Datum ist in der Geschichte Estlands von ganz besonderer Bedeutung, da Estland genau an diesem Tag nach 50 Jahren sowjetischer Besatzung seine Unabhängigkeit erklärte.

Umgebung auf dem Weg zum Leuchtturm

Einen Kilometer von der Kreuzung entfernt sehen Sie das Schild „Mihkli Muuseum” (Mihkli Museum). Folgen Sie diesem, so treffen Sie 200 Meter weiter auf einen alten Hof im Wald, der sich doch deutlich von dem in Soera unterscheidet. Dieser Hof ist Teil eines Bauernhofensembles mit acht Gebäuden. Obwohl die meisten von ihnen aus derselben Zeit wie Soera stammen, aus der Mitte des 19. Jahrhunderts, ist dieser Baustil typisch für Nord-Hiiumaa.

Es handelt sich hierbei um einen alten schwedischen Hof, in den Esten nach der Deportation der Schweden 1781 einzogen. Das Bauernhofensemble ist architektonisch einheitlich, auch wenn die Rauchsauna besonders alt aussieht. 2001 diente der Hof als Kulisse für die populäre TV-Reality-Show „Farm“. Genauere Informationen zu den Gebäuden erhalten Sie vor Ort.

Setzen Sie Ihre Reise in Richtung Tahkuna fort. Einige Kilometer weiter werden Ihnen einige Gebäude aus unterschiedlichen Zeiten auffallen. Das Haus in der Mitte ist das Schulhaus von Malvaste, das 1930 fertig gestellt wurde und heute als Unterkunft für Touristen dient.

Bald darauf wird die Straße zur Schotterstraße (was sich hoffentlich bald ändern wird). Entspannen Sie sich und genießen Sie während der Fahrt die wunderbare Umgebung.

Ein paar Kilometer vor dem Leuchtturm finden Sie im Wald versteckt Militäranlagen aus Kriegszeiten, die immer zahlreicher werden, je näher Sie zur Spitze der Halbinsel vorstoßen. Sollten Sie einen Tag länger Zeit haben, so können Sie auch eine geführte Wanderung zu den Militäranlagen mit einem Spezialisten machen (Anfragen hierfür bitte an die Touristinformation richten).

Wenn Sie unter Zeitdruck stehen, dann lesen Sie einfach die Informationstafeln und schauen Sie sich auf eigene Faust etwas um. Nun ist der Leuchtturm nur noch ein paar Schritte entfernt.

Auf Ihrem Weg zum Leuchtturm sehen Sie linker Hand ein großes Windrad, das 1995 in Kooperation von Estland und Dänemark gebaut wurde und dessen Aufgabe es ist, Aufschlüsse für Untersuchungen zu geben, in welcher Form und in welchem Umfang es möglich ist, die Windenergie auf Hiiumaa zu nutzen.

 
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