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PÜHALEPA KIRCHE

Biegen Sie nun von der Hauptstraße nach links ab oder – wenn Sie von den Steinen kommen – überqueren Sie die asphaltierte Straße und fahren Sie geradeaus weiter. Sie kommen an den Ruinen eines Steingebäudes vorbei (der früheren Taverne von Pühalepa). Fahren Sie geradeaus weiter, bis auf Ihrer linken Seite hinter den Bäumen eine Kirche auftaucht. Vor der Kirche befindet sich ein kleiner Parkplatz.

Foto: Tiit Leito
Foto: Tiit Leito / www.fotokogu.com

Der Name „Pühalepa” bedeutet „heilige Erle” und bezieht sich auf den heiligen Erlenhain, in dem die Menschen religiöse Rituale abhielten. Das Äußere der Kirche aus dem 18.-19. Jahrhundert täuscht darüber hinweg, dass es sich hierbei um die älteste Kirche auf Hiiumaa handelt. Schon gegen 1255 baute der Deutsche Orden an dieser Stelle eine Steinkirche, die eine Holzkirche ersetzte, die hier früher gestanden hatte. Die Steinkirche wurde zunächst ohne Turm im 14. Jahrhundert vollendet. Eines der erhaltenen Einsegnungskreuze ist heute in der Wand des Chores ausgestellt. Es handelte sich um eine gewöhnliche Wehrkirche. Teile davon sind auch heute noch erhalten (z.B. an der Wandnische des Chores und nahe des Eingangs an der Südwand des Kirchenschiffes). Die Kirche wurde Sankt Laurentius gewidmet. Während des Livonischen Krieges (16. Jahrhundert) wurde die Pühalepa Kirche gebrandschatzt, aber sie wurde zu Beginn des 17. Jahrhunderts wieder aufgebaut. Zumindest wird berichtet, dass der schottische Admiral Clayton, der 1603 der Pest auf Hiiumaa zum Opfer fiel, hier in Würde begraben wurde. Im ersten Viertel des 17. Jahrhunderts plünderten die Dänen die Kirche.

1636 schenkten die Gutsherren von Hiiessaare (genannt Gentschien) die prachtvolle Steinkanzel (die für ganz Estland eine Besonderheit darstellte) der Gemeinde gegen die Auflage, im Chor der Kirche ihre letzte Ruhestätte zu finden. Ihre Grabsteine befinden sich beim südlichen Fenster des Chores.

Die Bauarbeiten des Kirchenturmes begannen 1770 (die Jahreszahl ist auch über dem Eingang wieder zu finden) und in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts erreichte der Turm schließlich seine endgültige Höhe. Zu dieser Zeit diente die Kirche auch als Seezeichen.

Im 19. Jahrhundert wurde die Kirche erneut umgebaut. Die Gewölbe des Kirchenschiffes wurden durch ein Wölbdach ersetzt; die Sakristei im Norden des Chores und der abgegrenzte Vorbau für die Damen aus dem 17. Jahrhundert wurden entfernt. Wohl zur selben Zeit wurden die Rundkreuze des Malteser Ordens (einige der Ungern-Sternbergs gehörten diesem Orden an) an die Wände des Kirchenschiffes gemalt.

Die sowjetische Zeit war für die Kirche genauso verheerend wie die Zeit des Livonischen Krieges. Während der Besatzung blieb die Kirche geschlossen, die Bänke wurden herausgerissen, die Orgel wurde zerstört und die Kirche wurde als Lagerhalle genutzt.

Mit der Wiedererlangung der Unabhängigkeit begannen auch für die Kirche wieder bessere Tage. Sie gehörte nun erneut der Gemeinde und der Großteil des ehemaligen Kirchenbesitzes konnte dorthin zurückgebracht werden. Das Altarbild, das während des Krieges verloren ging, wurde durch ein farbenfrohes Kirchenfensterglas ersetzt. Gottesdienste werden nun wieder regelmäßig in der Kirche abgehalten und es finden hier auch Konzerte statt.

Legenden und Geschichten

Der Legende nach ging der Bau der Kirche nicht reibungslos vonstatten. Alles was man an dem einen Tag fertig gestellt hatte war am nächsten Morgen schon wieder zerstört (wahrscheinlich bezieht sich diese Legende auf die ursprüngliche hölzerne Kirche). Die Leute waren der Meinung, es müsste der Teufel selbst oder einer seiner örtlichen Stellvertreter gewesen sein. Aus diesem Grund entschlossen Sie sich, einen günstigeren Platz für Gott zu finden und dafür nutzten sie zwei schwarze Ochsen, da man glaubte, dass Tiere Gott besser gehorchen und zuhören. Die Menschen kamen zu dem Schluss, dass die Kirche genau dort gebaut werden sollte, wohin die Ochsen einen bestimmten Stein zogen. Diesen flachen Stein kann man noch heute unter den Büschen nahe des Eingangs der Kirche finden. Die Legende berichtet jedoch weiter, dass Bauern die Ochsen mit besonders fruchtbarem Gras zu diesem Platz gelockt hatten. Wer kann nun sagen, was wirklich wahr ist?

Trotz des großen Eindrucks, den die Kirche hinterließ, war die Kirchentür angeblich so niedrig, dass der berühmteste Riese Hiiumaas, Leiger, ins Kircheninnere krabbeln musste und deshalb nur ein sehr unregelmäßiger Kirchgänger war.

 
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