Bemerkenswerter Artenreichtum

Es kann keinen Zweifel daran geben, dass die Natur von Hiiumaa extrem artenreich und vielfältig ist. Hier kann man wohl tatsächlich alles sehen, was ein nördliches Landfleckchen überhaupt bieten könnte.

Das Meer ist in der unmittelbaren Nähe der Insel seicht und voller Riffe; das bekannteste von diesen, Hiiumadal, liegt im Nordwesten. Die 5-m-Tiefenlinie ist meistens mehrere Kilometer vom Strand entfernt.

In der Nähe von Hiiumaa gibt es zahlreiche Holme und nur zeitweise aus dem Meer herausragende Riffe; insgesamt sind diese etwa 200.

Der Boden der Insel ist im Allgemeinen flach, obwohl es hie und da auch steilwandige Hügel gibt (wie z.B. in Kõpu, Palade, Tahkuna).

Der Untergrund der Insel besteht aus Kalksteinen. Mancherorts (z.B. in Sarve, Heltermaa und Kõrgessaare) liegen die Kalksteine nahe zur Bodenoberfläche, meistens sind diese jedoch mit einer einige Dutzend Meter dicken Sedimentschicht bedeckt. Die Kalksteine von Hiiumaa sind als Bodenschätze nicht sonderlich bedeutend.

Im Regelfall sind die Kalksteine mit grusigen Schlufflehmen, Lehmen und Kiessanden überdeckt. Als Bodenschätze zählen am meisten die sog. Bändertone, die in der Form einer bis zu zwanzig Meter dicken Schicht in der Osthälfte der Insel zu finden sind. Was die Bodenschätze betrifft, darf man auch den Heilschlamm in der Käina Bucht keineswegs unerwähnt lassen.

Hiiumaa liegt im atlantisch-kontinentalen Bereich der gemäßigten Klimazone, die sich durch warme Sommer und kühle Winter auszeichnet. Die durchschnittliche Temperatur beträgt -3,5 ...- 4,5 °C im Februar und +16,5 ... +17 °C im Juli. Die durchschnittliche Jahrestemperatur liegt bei +5,2 ... +5,8 °C. Es gibt überwiegend Süd- und Südwestwinde. Die durchschnittliche Windgeschwindigkeit beträgt 5 ... 6 m/s (18 ... 22 km/h[A1] ), die höchste je gemessene Windgeschwindigkeit war 34 m/s (122,4 km/h).

Hiiumaa befindet sich im Übergangsgebiet von Nadelwäldern zu Laubwäldern. In den Naturlandschaften von Hiiumaa dominieren Kiefernwälder, vermoorte Laubwälder, Fichten-Mischwälder und Wachholdergebüsche, Strandwiesen und Dünen, Hochmoore und Niedermoore. Von besonderem Interesse sind Hiiumaas Alvare, wo die Kalksteinebene mit einer sehr dünnen Oberbodenschicht bedeckt ist.

Hiiumaa ist der waldreichste Kreis Estlands – rund 70 % der Inselfläche ist mit Wäldern und Gebüsch bedeckt. In der Inselmitte befinden sich weitläufige Moorgebiete; Sümpfe nehmen rund 7% der Gesamtfläche ein. Folglich verbleibt unter den landwirtschaftlichen Flächen und Siedlungen weniger als 20 % der Gesamtfläche der Insel.

Der Artenreichtum in Hiiumaa ist fürwahr bemerkenswert. Hier wachsen über 1000 Arten höherer Pflanzen. Mehr als 50 Pflanzenarten befinden sich unter Naturschutz, wie z.B. die Eibe, der Efeu, der Strand-Mannstreu und der Zwergflachs.

In den Wäldern Hiiumaas kann man Elche, Rehe, Edelhirsche und Wildschweine antreffen. Verbreitet sind auch Füchse, Marderhunde und Luchse. In Hiiumaas Gewässern haben sich Ringel- und Kegelrobbenkolonien gesammelt, die bedeutend für die ganze Ostsee sind.

Über Hiiumaa führen wichtige Migrationswege der Zugvögel. Der bekannteste unter mehreren Nist- und Raststätten ist die Käina Bucht.


 [A1]Saksa keeleruumis antakse miskipärast tuule kiirus ilmateadetes km/h.